„Weg mit dem billigen Sparpaket und zurück an den Start“

DORNBIRN (GÖD, UBG) Wie groß die Unzufriedenheit über das geplante Dienstrecht ist, zeigte sich beim heutigen Protestmarsch der LehrerInnen in Dornbirn. Über 2.000 PädagogInnen aus allen Schulen des Landes marschierten vom Bahnhof Dornbirn zum Rathaus und protestierten gegen „Sparmaßnahmen auf Kosten der Schulqualität“. 

Mit Slogans wie „Das neue Master - ein Desaster“, „kein Raubbau an der Pildung“, „Kehrricht statt Unterricht“ und „Viel Glück mit der neuen Leere“ brachten die LehrerInnen ihren Unmut lautstark zum Ausdruck. Sie forderten ein Dienstrecht, das ihnen Zeit für eine optimale Betreuung der SchülerInnen lässt und den Lehrerberuf auch für junge Menschen attraktiv macht.

GÖD-Landesvorsitzender Eugen Lampert, Gerhard Rüdisser von der Unabhängigen Bildungsgewerkschaft und Gerhard Pusnik von der Vorarlberger LehrerInneninitiative begrüßten die zahlreichen TeilnehmerInnen und betonten, dass dieser Protestmarsch ein unübersehbares Signal der Kampfbereitschaft der LehrerInnen sei. Und: „Weitere Maßnahmen werden folgen“, zeigten sie sich kampfbereit.

Arbeit muss geschätzt werden

„Was wir wollen, ist ein Dienstrecht, das auf die Erfordernisse einer modernen Schule zugeschnitten ist“, betonte der stellv. Vorsitzende der Vorarlberger Lehrerinitiative, Manfred Sparr in seiner Rede bei der Abschlusskundgebung vor dem Rathaus. Für ihn ist es vor allem wichtig, „dass alle PädagogInnen gleich behandelt und ihre Arbeit auch gebührend geschätzt wird“.

Dies sei jetzt nicht der Fall. Ganz im Gegenteil. Der vorgesetzte Entwurf der Regierung sei ein „billiges Sparpaket, das keine unserer Erwartungen und Forderungen auch nur annähernd erfüllt und die Schaffung gleicher Bildungschancen für alle Kinder behindert“, so Sparr.

Zurück an den Start!

Auch der Vorsitzende der AHS-LehrerInnen in der GÖD Vorarlberg, Manfred Lorenz, kritisierte das geplante neue Dienstrecht scharf. Hier werde ein reines Sparpaket als pädagogisches Erfolgsmodell verkauft. Für Lorenz ist das zynisch und „offensichtlich eine Lüge“. Denn wenn die LehrerInnen mehr Klassen unterrichten müssten, seien sie nicht „mehr bei den SchülerInnen“, sondern „bei mehr SchülerInnen“.

Es gebe für die LehrerInnen derzeit nur eine einzige Vorgehensweise: „Zurück an den Start“. Der Gewerkschafter fordert u.a. eine hochqualifizierte Ausbildung für alle LehrerInnen, für eine Entlastung ausreichend Supportpersonal und moderne und adäquate Arbeitsplätze in den Schulen. „Dafür müssen wir jetzt kämpfen“, betonte Lorenz, der die Protestkundgebung als Auftakt für weitere gewerkschaftliche Maßnahmen sieht.